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Legionellen

 

Diese Bakterien, die sich gerne in Warmwasser ab 24°C bis hin zu 52°C in unserem Leitungsnetz vermehren, sollten keine Möglichkeit bekommen, wie eine Plage aufzutreten.

Ab und an ändern sich mit den Jahren die Nutzungsgewohnheiten in Häusern, die Innenwiderstände in den Rohrleitungen, Systemkomponenten sind unbemerkt nicht mehr funktionstüchtig, Einstellungen der Anlage nicht passend.... es gibt einzelne Gründe oder viele Ursachen, die zusammen kommen und dann werden diese wärmeliebenden Bakterien zur Plage.

 

Wie Bakterien im Kaltwasser sich bei günstigen Bedingungen zu gesundheitsschädlichen Konzentrationen vermehren können, sind auch die Legionellen bei erhöhten Konzentrationen nicht ganz ungefährlich. Die Gefahr betrifft allerdings einen anderen Nutzungsbereich. Während man stark verkeimes Kaltwasser nicht trinken sollte, weil man sich sonst schnell mal eine Darminfektion holen kann, darf man legionellenreiches Wasser zwar trinken, aber nicht einatmen. Dies ist ja eigentlich auch nicht möglich - zumindest atmen wir in der Regel nicht unter Wasser. Aber als Aerosol (feiner Dampf / Dunst) z. B. während des Duschens oder Badens, kann man sich den Bakterien aussetzen, und infiziert sich unter Umständen in der Regel ohne es zu merken. Immunschwache Menschen trifft es natürlich - wie immer - zuerst. Immunstarke Menschen haben häufig genug keine Schwierigkeiten, auch wenn die Konzentrationen schon über den 4stelligen Bereich gehen. Kranke Menschen, alte Menschen besonders in Pflegeheimen, Asthmatiker, starke Raucher... sind besonders gefährdet an Pontiac-Fieber oder einer durch Legionellen ausgelösten Lungenentzündung zu erkranken - der Legionellose. Immunstarke Menschen können allerdings auch mal einen grippalen Infekt haben und wenn dann noch die Legionellen das Immunsystem angreifen, ist das natürlich auch kein notwendiges unumgängliches Übel sondern sollte verhindert werden.

Legionellen vermehren sich nur, wenn das System der Warmwasserversorgung fehlerhaft ist. Wasser muß fließen, regelmäßig ausgetauscht werden und die Temperaturen dürfen bei Warmwasser nicht über einen längeren Zeitraum zu nierdrig und beim Kaltwasser nicht zu hoch sein. Das hört sich einfach an, ist aber technisch nicht immer so einfach umzusetzen, und deshalb gibt es uns.

Da unser Wissen über die Legionellen und den Infektionsmechanismus immer noch wie ein Schweizer Käse aussieht, müssen wir uns ständig updaten, um auf dem aktuellen Stand zu sein, um das Gefährdungspotential so gut wie möglich einschätzen zu können und Maßnahmen abstimmen zu können. Das müssen Sie natürlich nicht. Aber hier gibt es eine Seite mit allgemeinen Informationen, die sehr gut ist, und die ich auch Ihnen empfehlen kann, und zwar vom LGL:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/biologische_umweltfaktoren/infektionsgefaehrdung.htm

 

 

orientierende Untersuchung

 

Um einem Systemfehler auf die Schliche zu kommen, sind jährliche ( bzw. alle 3 Jahre) sogenannte orientierende Untersuchungen - Probenahmen - vorgeschrieben. Die führen Personen aus, die eine zertifizierte Probenahme durchführen dürfen. Die Probenahmestellen, die zu einer Überprüfung des gesamten Warmwassersystems dienen können, nennt man auch die repräsentativen Probenahmestellen. Diese sollten sinnvollerweise von jemandem festgelegt werden, der sich das Gebäude bereits angeschaut hat, oder einen Leitungsplan hat - am besten beides.

 

Das Verfahren, d. h. in welcher Art- und Weise eine Probe genommen wird, ist genormt. Bei der orientierenen Untersuchung wird davon nur abgewichen, wenn z. B. genau bekannt ist, wieviel Rohrleitungsvolumen in der Einzelzuleitung zur Endabnahmestelle vorhanden ist.  Genaueres gerne per Telefon.

weitergehende Untersuchung

 

bei einer nachgewiesenen Legionellenkontamination des Systems ist eine weitergehende Untersuchung zweckdienlich. Je nach Kontaminationshöhe entweder unverzüglich oder innerhalb eines Jahres.

Wir empfehlen bei Überschreitung des technischen Maßnahmewertes unbedingt den Gutachter, der die Gefährdungsanalyse machen soll, direkt anzufragen, bevor eine weitergehende Untersuchung erfolgt, denn dieser kommt bei gesundheitsbedrohlichen Kontaminationsen sofort und klärt, welche Probenahmeverfahren an welchen Entnahmestellen vorgenommen werden sollen oder nimmt diese selbst vor, es ist nämlich nicht jedes Unternehmen, welches die zertifizierten Probenahmen anbietet auch in der Lage, die Verfahren und wichtigen Endabnahmestellen zu eruieren, an denen eine weiterführende Probenahme auch sinnvoll und zielführend ist. So lassen sich unsinnige Kosten vermeiden. Das Geld ist besser in die umzusetzenden Maßnahmen zu investieren, die das System wieder flott machen.

Gefährdungsanalyse

 

In einer Gefährdungsanalyse wird geklärt und für alle Beteiligten nachvollziebar beschrieben und am besten mit Fotos und Schemata hinterlegt, wie das System aufgebaut ist, funktioniert und betrieben wird.

Es ist dann anzugeben, in welchem Zustand sich sämtliche relevanten Komponenten befinden und welche Messdaten erfasst wurden. Hierzu sind die erhobenen Werte, Probenahme- und Messergebnisse gegebenenfalls zur Übersicht nicht nur tabellarisch sondern auch graphisch dar zu stellen. Wichtige Randbedingungen bei der Erhebung der Messergebnisse sind ebenfalls aufzuführen.

Korrelationen zwischen den Probenahmeergebnissen, Temperaturprofilen, Nutzungsübersichten, Leitungsdimensionierungen, hydraulischen Begebenheiten und weiteren Systemfehlern oder Eigenheiten müssen erkannt und dargestellt werden.

Nun erfolgt die Auswertung und Bewertung der Ergebnisse. In diesem Zuge wird auf eventuelle Arbeitsblätter, DIN-Normen Empfehlungen des Umweltbundesamtes etc. hingewiesen, welche bei der Bewertung berücksichtigt wurden. Es erfolgt die Abschätzung des Gefährdungspotentials. Nun werden die erforderlichen Maßnahmen im einzelnen aufglistet und in einen Zeitrahmen gesetzt, die notwendig sind, das Sysem wieder "zum Laufen" zu bringen. Die Kontrollmaßnahmen werden sinnvollerweise mit den Reparatur- oder Änderungsmaßnahmen in der korrekten zeitlichen Reihenfolge übersichtlich dargestellt. Sollte es unterschiedliche Lösungsansätze geben, wird dies natürlich erwähnt, mit dem Auftraggeber komplett durchgesprochen und die favorisierte Lösung detailliert aufgeführt. Die Gefährdungsanalyse ist für alle Beteiligten gut zu verstehen und ist in den wichtigen Punkten ausführlich. Sie soll den Betreiber der Anlage dazu befähigen, die Gefahr zu erkennen und die Maßnahmen zielführend zeitlich angepasst umsetzen lassen zu können - losgelöst von einer bestimmten Firma. Der Betreiber muss mit dieser GFA zu einem beliebigen z. B. Sanitärinstallateur gehen können, der auf dieser Basis ein Angebot erstellen kann. Das Gesundheitsamt wiederum muss durch die GFA in der Lage sein, das Gefährdungspotential einschätzen zu können.

Nachuntersuchung / Kontrolluntersuchung
 

In der Gefährungsanalyse (GFA) ist der richtige Termin der Nachuntersuchung angegeben, die die erfolgreiche Behebung der Fehlfunktionen eines Warmwassersystems nachweist.

Eine Kontrolluntersuchung ist eine Untersuchung nach einem bestimmten Abschnitt der erforderlichen umzusetzenden Maßnahmen. Es kann sein, dass nach dem "Zwiebelprinzip" vorgegangen werden muss, weil einige mögliche Systemfehler von aktuell gravierenden Fehlern überdeckt werden. Dann werden somit erst eine bestimmte Anzahl von Maßnahmen vorgeschlagen, dann kommt eine Kontrolluntersuchung, und falls diese nicht dem gewünschten Ergebnis entspricht, kommen die weiter aufgeführten Maßnahmen. Danach kommt wieder eine Kontrolluntersuchung. Die kann inmehrere "Runden" gehen. Sollte die Kontrolluntersuchung ein gutes Ergebnis liefern, war diese zugleich die Nachuntersuchung. Die Probenahmestellen werden in der GFA vorgegeben.